Valentinstag und Sankt Valentin
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Von SEDA TOKSOY
Die Sonne scheint wieder. Strahlend. Warm und energievoll. Allerdings ist es etwas anderes, was mich davon überzeugt, dass wir die harten Wintertage hinter uns gelassen haben. Die Vögel zwitschern wieder fröhlich. Sie zwitschern, als ob die Baeume schon wieder grün geworden waeren und der Winter schon vorbei waere. Das ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl nach mehreren grauen Wochen.
Es ist wohl kein Zufall, dass Sankt Valentin und der Valentinstag am 14. Februar in Zusammen-hang mit diesem wunderschönen Gesang der Vögel stehen. Im Mittelalter glaubte man naemlich, dass sich die Vögel Mitte Februar paaren. Also genau an dem Tag des Martyrers Valentin. Im 3. Jahrhundert wurde Valentin mit der Beschuldigung, den Christen zu helfen, von Kaiser Claudius II eingesperrt und gezwungen, seinen Glauben aufzugeben, aber vergeblich... Valentin wurde genau am 14. Februar, an dem Paarungstag der Vögel (der Vogel versinnbildlicht ja auch die Seele) zum Tode verurteilt. Im 5. Jahrhundert erklaerte Papst Gelatius den 14. Februar zum Gedenktag des Heiligen.
Aus diesem Grunde wurde der 14. Februar zu einem Fest umgewandelt, bei dem die Liebe den Tod ersetzt.
Jedoch liegt die Vergangenheit dieses Festes Jahrhunderte zurück.
Selber ein Epileptiker wurde Valentin im Laufe der Zeit zum Schutzpatron der Epileptiker und auch der Liebenden erklaert und wurde mit den von der Kirche assimilierten Lupercalia-feste in Zusammenhang gebracht.
Die Luperaner bilden einen der aeltesten Kulte des Römischen Reiches. Deren Lupercalia genanntes Fest verdankt seinen Namen Lupercal, "Wolfshöhle", und Luperci. Luperci sind die Priester (in Tücher gewickelte Wolfsmaenner) einer wilden Gemeinde, die am 15. Februar rundherum liefen, als ob sie einen verzauberten Kreis bilden wollten. (Eine interessante Anmerkung: Der Tempel von Faunus, Lateinischer Name des Ziegen-Gottes Pan, befand sich in Arkadia auf dem Lyceum Hügel. Vielleicht stammte das Wort Lupercus davon. Der Name jenes Tempels, naemlich Lyceum lebt heute noch wenn auch in einem völlig anderen Sinn in mehreren Sprachen weiter...) Diese Priester hatten die Passanten mit Schleifen aus Zie-genleder gepeitscht. Es wurde damals geglaubt, dass dadurch die Fruchtbarkeit der Frauen erhöht wurde. Dieses Ritual, das zur Befreiung von Sünden galt, wurde am 15. Februarius (der Monat Februar galt als Zeit der Purifikation) veranstaltet.
Ende des 5. Jahrhunderts stellte sich der Papst gegen die Veranstaltung des Lupercalia Festes in Rom. Diese Vorstellung zur Sündenbefreiung wurde aber von der Kirche ange-nommen und wurde in Marias Purifikationszeremonien wiederbelebt.
Heiliger Valentin in der Türkei...
Wir können ruhig sagen, dass es dem türkischen Volk ziemlich neu ist, Liebe und Gefühle direkt und offen auszudrücken. Die Traditionen haben dies immer verhindert, sogar dass Eltern die Zuneigung ihren Kindern gegenüber offen zeigen. Die Liebe jedoch ist von Natur aus wie das Wasser, das, auch wenn alle Abfliesswege verschlossen sind, sich ein neues Bett ver-schafft um weiterzufliessen. Daher hat die Liebe im Alltag indirekte und symbolische Formen angenommen.
Die Globalisierung der Medien beeinflusste auch die zwischenmenschlichen Beziehungen. So sind auch die Tuerken dabei, die Bedeutung der Umarmung und Berührung wiederzuentde-cken. Heute ist die Ausdrucksweise und Darstellung der Liebe viel offener und freier als vor 10-15 Jahren. Vielleicht noch nicht in der Provinz, wohl aber in Grossstaedten ist die Liebe ans Licht gekommen und lohnenswert geworden.
So ist es auch viel besser! Nicht nur für die Liebespaare, auch für den Handel. Der Valentin-stag hat sich nicht nur einen wichtigen Platz in unseren Traditionen verschafft, sondern ist auch ein sehr ergiebiger Handelsmarkt für die Hersteller geworden.
Die Geliebten erwarten gegenseitig die offene Darstellung ihrer Liebe, die mit der Person von Sankt Valentin in unser Leben eingetreten ist. Genau in der Zeit, wo die Vögel zu zwitschern anfangen.....
Möge Ihr Valentinstag mit aufrichtiger Liebe erfült sein!


