Eine Keramikkünstlerin - Gül Erali
Die Keramikkünstlerin Gül Erali ist 1955 in Istanbul geboren. Nach Abschluss
des Österreichischen Skt. Georg Gymnasiums, ging sie nach Wien. Nach einem Jahr
als Gaststudentin an der Akademie für bildende Künste Wien setzte sie ihr Studium
an der Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz in der
Meisterklasse Keramik mit Hilfe eines Erfolgsstipendiums vom Staat Österreich
fort. Spaeter hat sie in Istanbul an der staatlichen Kunstakademie weiterstudiert
und hat 1981 auch ein Diplom von der Keramikabteilung bekommen.
Es ist der starke Wille in ihren Werke, der mit kalten Mitteln warme Menschlichkeit
zum Ausdruck bringt. Diese Kaelte mildert einerseits die sentimentale Gefühlstraechtigkeit,
anderseits hat sie als Widerspruch eine künstlerische Berechtigung.
All ihre Arbeiten ranken sich um das wichtigste Thema der Menschen, um die Liebe.
Es kann die Liebe einer Mutter sein, aber auch eine grosse Leidenschaft. Unter
den poesievollen Werken findet man solche, die die Liebe verherrlichen aber
auch solche, die die Liebe gedeihen lassen.
Gül Erali stellt professionell künstlerische Werke für Kollektiv- und Einzelausstellungen
in der Türkei und im Ausland her. Ausserdem gibt sie in ihrem Atelier Privatunterrichte
für Keramik.
Sie ist Mitglied des türkischen Keramikvereins und Vorstandsmitglied der Internationalen
Vereinigung für plastische Künste (A.I.A.P).
F: Gibt es einen bestimmten Grund, warum Sie Keramikkunst ausgewaehlt haben?
ERALÝ: Ja, ich wollte immer dreidimensional arbeiten. Die Anziehungskraft
der Tonerde kam noch dazu und als Folge war es für mich fast unmöglich, von
der Keramikkunst loszukommen.
F: Was für Werke schaffen Sie?
ERALÝ: Abstrakt figurative - non figurative Skulpturen.
F: Von welchen Themen werden Sie am meisten inspiriert?
ERALÝ: Von der Liebe und den zwischenmenschlichen Beziehungen.
F: Welche Eigenschaften braucht man, um ein guter Keramikkünstler zu werden?
ERALÝ: Vor allem eine Leidenschaft. Verschiedene Keramiktechniken und
Materialien muss man gut beherrschen können und natürlich künstlerische Schöpfung.
Es ist unmöglich, kein guter Keramikkünstler zu werden, wenn diese drei Faktoren
zusammenkommen. Personen, die alle weiteren Lebensfaktoren auf den zweiten Platz
schieben, nur mit dieser Kunst mit Leib und Seele leben und mit dieser seelischen
Befriedigung glücklich sein können, werden in diesem Beruf erfolgreich sein.
F: Gibt es Schwierigkeiten in diesem Beruf, wenn Sie ihn mit anderen Berufen
vergleichen?
ERALÝ: Ein Keramiker/in braucht unbedingt Kapital für ein Atelier und
einen Keramikofen. Man arbeitet immer mit Risiken. Eine Skulptur, die sie in
einem Monat geschaffen haben, kann im Ofen zerplatzen. Oder beim zweiten Brennen
im Ofen entsteht aus verschiedenen Gründen, wie Spannungsaenderungen oder unterschiedlichen
Chemikalien in der Tonerde, eine ganz andere Farbe als die geplante Farbe. Das
heisst, es ist egal wie professionell sie sind, das Ergebnis ihrer Arbeit haengt
auch von verschiedenen Einflüssen, die sie nicht kontrollieren können, ab. Ausserdem
erfordert dieser Beruf auch ungewöhnliche Körperkraft.
F: Sie haben in der Türkei zahlreiche Ausstellungen eröffnet. Wir wissen,
dass Ihre Einzelausstellung in Wien sehr erfolgreich war und grosses Interesse
geweckt hat. Was können Sie dazu sagen?
ERALÝ: Im Mai 2000 habe ich in Wien in der "Galerie für zeitgenössische
Keramik", die einzige Keramikgalerie von Wien, eine Einzelausstellung eröffnet.
Über 60 Keramikskulpturen wurden zur Schau gestellt. In der österreichischen
und sogar in der deutschen Presse wurden viele positive Artikel über meine Arbeitstechnik
und Werke veröffentlicht.
F: Haben Sie auch Keramik unterrichtet?
ERALÝ: Ja. An einem Privatgymnasium habe ich 5 Jahre als Keramiklehrerin
gearbeitet. Ich habe versucht, Kindern zwischen 4 - 17 Jahre beizubringen, die
Keramikkunst zu lieben und ihre schöpferischen Talente zu entdecken.
Um mehr Informationen über die Künstlerin zu erhalten und ihre Werke zu sehen,
können Sie ihre Web-Site besuchen.
E-Mail: gul@gul-erali.com
Tel: (0212) 224 04 72 (Atelier) oder Handy: 0533 - 3031216
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