Krim-Kongo-Fieber
Quelle: Auswaertiges Amt
Merkblatt des Gesundheitsdienstes, - Referat 106
Die Infektion:
Das Krim-Kongo-Fieber wurde erstmals als Epidemie 1944/45 auf der Halbinsel
Krim beschrieben und der Erreger aus dem Blut von Patienten und Zecken isoliert.
Die Erkrankung ist weit verbreitet; sie wurde in Afghanistan, Bulgarien, China,
Ungarn, dem Irak und Iran, in Pakistan, Syrien, in der ehemaligen UDSSR und
in Jugoslawien (Kosovo) und ferner aus Zentralafrika (Republik Kongo) und dem
östlichen (Kenia, Uganda) und dem westlichen (Senegal, Nigeria) und südlichen
Afrika sowie aus Saudi-Arabien und Oman sowie aber auch
aus dem Mittelmeerraum (Aegypten, Frankreich, Griechenland, Türkei) und Indien
gemeldet.
Das Virus wird durch Zecken (Hyalomma-Spezies) mit dem Biss übertragen. Der
natürliche Wirt für das Virus sind Wildtiere (Hasen, Maeuse, Nashörner und Büffel),
aber auch Schafe, Ziegen und Rinder, die zum Teil als Verstaerkungswirte wirken,
aber nicht erkranken. Gefaehrdet sind vor allem in der Landwirtschaft beschaeftigte
Personen, Militaer und Camper. Der Mensch kann sich aber auch engstem Kontakt
bei der Betreuung von Patienten infizieren.
Das Krankheitsbild:
Nur ein geringerer Teil der Infizierten entwickelt eine schwere Erkrankung.
Die Erkrankung des KRIMKONGO-Fiebers ist dann durch Fieber, konstitutionelle
Symptome (Erschöpfung) und Blutungsneigung gekennzeichnet. Zusaetzliche Zeichen
eines akuten Krankheitsbeginns sind z.B. Kopf-, Muskel-, Leibschmerzen, Übelkeit
und Erbrechen sowie Gesichtsrötung, Bindehautentzündung der Augen oder eine
Rachenentzündung.
Teilweise sind die Patienten schlaefrig. Am 4/5. Krankheitstag kann es zu Blutungen
aus Nase, Zahnfleisch, Gaumen oder Verdauungstrakt kommen. Zusaetzliche Komplikationen
können auftreten, z.B. Krampfanfaelle, Entzündungen der Hirn- und Rückenmarktshaeute,
des Nervensystems, bzw. Befall weiterer innerer Organe.
Die Therapie:
Primaer wird symptomatisch und unterstützend behandelt (Isolierung, Schutzmassnahmen
für die Pflegekraefte nötig). Bei schweren Krankheitsverlaeufen wird neben intensivmedizinischer
Pflege der frühzeitige Einsatz des Virustatikums Ribavirin empfohlen.
Die Schutzmassnahmen:
Derzeit steht kein Impfstoff zur Verfügung bzw. wird seit 1972 nicht mehr produziert.
In Epidemiegebieten ist das Krankenhauspersonal und die Bevölkerung auf die
Möglichkeit des Vorkommens von Haemorrhagischen KRIM-KONGO-Fieber und dessen
Gefaehrlichkeit hinzuweisen, damit es sich entsprechend verhaelt. Gefaehrdete
Personen sollten Zeckenrepellens benutzen; Haustiere sind ebenso mit Akariziden
(Pestizide) zur Bekaempfung von Zecken zu behandeln. Bei unklarem Fieber sollte
kurzfristig ein Arzt konsultiert werden u.a. auch, um einen
Virusbefall im Blut nachzuweisen bzw. sicher auszuschliessen. Bei nachgewiesener
Infektion muss der Kranke in jedem Fall isoliert werden, das medizinische Personal
ist Schutzmassnahmen zu unterwerfen (Schutzkleidung, Handschuh etc.). Andere
Personen, die Kontakt mit möglicherweise Infizierten haben, sollen dabei jeden
Körperkontakt sowie gemeinsame Benutzung von Gegenstaenden wie Essbesteck, Trinkgefaess,
Hygieneartikel etc., aber auch Sexualkontakte meiden.
Bewertung:
Nach allen bisherigen Daten wird eine Epidemie bei vernünftigen Verhalten und
entsprechenden Vorkehrungen des Einzelnen (siehe oben) weder für Beschaeftigte
noch für Reisende eine tatsaechliche Bedrohung sein, wenn Zeckenbisse vermieden
werden. Eine Einschraenkung von Reisetaetigkeit muss im Einzelfall geprüft werden,
ist aus rein medizinischen Aspekten allerdings selten zu begründen.
Alle, die in einer entsprechenden Region leben oder dort reisen, sollten allerdings
diese einfachen
Zusammenhaenge kennen. (01 / 06 v.L.)
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